NY und IL gehen angesichts von Krypto-Klagen hart gegen Prognosemärkte vor
Eine koordinierte staatliche Offensive
In dieser Woche kam es zu einer koordinierten Welle staatlicher Maßnahmen gegen Krypto-basierte Prognosemärkte, als New York und Illinois parallele Schritte unternahmen, um eine Branche zu zügeln, die seit der US-Präsidentschaftswahl 2024 rasant gewachsen ist.
Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James reichte Klagen gegen Coinbase und Gemini ein und forderte einen staatlichen Richter auf, beiden Unternehmen den Betrieb im Bundesstaat zu untersagen, sofern sie keine Lizenzen von der staatlichen Glücksspielkommission erhalten. Sie behauptet, dass deren Plattformen illegalen Sportwetten-Operationen gleichkommen. Die Klagen gingen nur einen Tag vor der Unterzeichnung einer Durchführungsverordnung durch die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul beim staatlichen Gericht in Manhattan ein. Diese Verordnung verbietet es Staatsbediensteten, vertrauliche Informationen, die sie im Rahmen ihrer offiziellen Aufgaben erhalten haben, zu nutzen, um auf Prognosemärkten Gewinne zu erzielen, oder anderen dabei zu helfen.
Der Gouverneur von Illinois, J.B. Pritzker, unterzeichnete am Dienstag eine nahezu identische Anordnung für die seiner Autorität unterstehenden Staatsbediensteten, womit diese beiden Bundesstaaten die ersten sind, die Regierungsmitarbeitern die Teilnahme an diesen Märkten formell untersagen.
Marktauswirkungen und rechtliche Risiken
Der rechtliche Druck schlug sich unmittelbar in Marktverlusten nieder. Die Aktien von Coinbase beendeten den Tag mit einem Minus von mehr als 7 %, Gemini fiel um mehr als 3 % und Robinhood – das in der Klage nicht genannt wurde, aber ebenfalls Prognosemärkte betreibt – sank um mehr als 5 %.
Generalstaatsanwältin James skizzierte in ihren Beschwerden weitreichende Rechtsbehelfe:
✦ James fordert die Einziehung illegaler Gewinne, zivilrechtliche Geldstrafen in dreifacher Höhe dieser Gewinne sowie Entschädigungen für Kunden.
✦ Sie möchte zudem Wetten durch Personen unter 21 Jahren verbieten und Coinbase sowie Gemini das Marketing auf College-Campussen untersagen.
✦ Der Staat fordert insgesamt Schadensersatz in Milliardenhöhe.
Die Bruchlinie zwischen Bund und Ländern
Im Mittelpunkt des Streits steht eine grundlegende Frage der Zuständigkeit. Paul Grewal, Chief Legal Officer von Coinbase, erklärte, dass Prognosemärkte bundesweit regulierte nationale Börsen sind, die bei der CFTC registriert sind, und dass Coinbase weiterhin für eine bundesstaatliche Aufsicht über diese Märkte kämpfen wird. Diese Position wird von der Bundesaufsichtsbehörde selbst unterstützt.
Die CFTC hat Klage gegen Arizona, Connecticut und Illinois eingereicht, um diese daran zu hindern, Anklage gegen Anbieter von Prognosemärkten zu erheben, und hat beantragt, einem Fall in Nevada beizutreten, um diese Anbieter zu verteidigen – unter Berufung auf ihre exklusive Regulierungshoheit über Warenterminkalendermärkte.
Gouverneurin Hochul kritisierte jedoch in ihrer Durchführungsverordnung die bundesstaatliche Aufsicht und argumentierte, dass die Bundesregulierungsbehörden keine nennenswerten ethischen Standards in Bezug auf das Verhalten auf diesen Märkten vorgeschrieben haben, einschließlich Schutzmaßnahmen gegen Insiderhandel.
Kalshi und die breitere Landschaft
In den New Yorker Klagen auffallend abwesend ist Kalshi, das die Infrastruktur für den Prognosemarkt von Coinbase bereitstellt. Kalshi verklagte die New Yorker Glücksspielkommission im Oktober, nachdem Regulierungsbehörden versucht hatten, dem Unternehmen das Angebot seines Prognosemarktes im Bundesstaat zu untersagen – ein Fall, der noch vor dem Southern District of New York verhandelt wird.
Prognosemärkte haben seit der US-Präsidentschaftswahl 2024 an Popularität gewonnen, als sich ihre Echtzeitwahrscheinlichkeiten bei der Vorhersage des Sieges von Donald Trump als genauer erwiesen als traditionelle Umfragen. Coinbase und Gemini starteten ihre Prognosemärkte Mitte Dezember und betreiben sie in allen 50 Bundesstaaten.
Der Regulierungskonflikt zeigt keine Anzeichen einer Lösung. Während die CFTC die bundesstaatliche Zuständigkeit aktiv verteidigt, während mehrere Bundesstaaten ihre eigenen Durchsetzungsmaßnahmen vorantreiben, sehen sich die in diesem Bereich tätigen Krypto-Börsen an beiden Fronten einer zunehmenden rechtlichen Unsicherheit gegenüber.
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