Charles Schwab startet Spot-Handel mit BTC und ETH für Privatkunden
Charles Schwab hat mit der Einführung des direkten Krypto-Spot-Handels für seine erste Welle berechtigter Privatkunden begonnen. Dieser Schritt markiert eine bedeutende Wende für eines der prominentesten Finanzinstitute Amerikas, da Bitcoin und Ethereum in dieselbe Benutzeroberfläche integriert werden, auf der bereits Millionen von Amerikanern ihre Aktien und Anleihen verwalten.
Was Schwab anbietet
Das Unternehmen bestätigte den Start in einem Beitrag vom 13. Mai auf X und gab an, dass Nutzer nun Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) innerhalb eines Standard-Brokerage-Kontos bei Schwab parallel zu Aktien und anderen Anlagen handeln können. Zu den wichtigsten Details des Angebots gehören:
- Plattform: Wird unter der Marke Schwab Crypto als separates Konto geführt, das mit dem bestehenden Schwab-Portfolio des Kunden verknüpft ist.
- Verwahrung (Custody): Die Charles Schwab Premier Bank übernimmt die Verwahrung der digitalen Vermögenswerte, während der Blockchain-Infrastrukturanbieter Paxos für die Handelsausführung und die Unterverwahrung (Sub-Custody) zuständig ist.
- Zugang: Verfügbar über die Web-, Mobil- und Thinkorswim-Plattformen von Schwab, bei einer Gebühr von 75 Basispunkten pro Transaktion.
- Verfügbarkeit: Der Service ist in allen US-Bundesstaaten außer New York und Louisiana verfügbar, wobei nicht alle Kunden für den Krypto-Handel qualifiziert sind.
Von indirekter Exposition zu direktem Eigentum
Die Einführung stellt eine wesentliche Erweiterung der bisherigen Krypto-Angebote von Schwab dar, die lediglich eine indirekte Exposition über ETFs, Futures und Fonds für digitale Vermögenswerte abdeckten. Als eines der weltweit größten Brokerhäuser kann Schwab nun rund 35 Millionen Kunden die Möglichkeit bieten, BTC und ETH in ihrer vertrauten Umgebung zu handeln, ohne sich bei einer separaten Kryptowährungsbörse registrieren zu müssen.
CEO Rick Wuster hatte im Juli vergangenen Jahres erklärt, dass das Unternehmen plant, den Handel mit Kryptowährungen in naher Zukunft einzuführen, wobei der Zeitplan für das erste Halbjahr 2026 bestätigt wurde. Die schrittweise Einführung setzt diese Verpflichtung nun um.
Schwabs finanzielle Situation
Die Einführung erfolgt vor dem Hintergrund einer starken institutionellen Dynamik. Schwab meldete für das erste Quartal 2026 einen Rekord-Nettogewinn von 2,5 Milliarden US-Dollar bzw. 1,37 US-Dollar pro verwässerter Aktie, was einem Anstieg von 30 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weitere finanzielle Highlights:
- Die Gesamtnettogehälter stiegen im gleichen Zeitraum um 16 % auf 6,5 Milliarden US-Dollar.
- Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 1,43 US-Dollar, ein Plus von 38 % gegenüber dem Vorjahr.
- Das Unternehmen verwaltet per März 2026 ein Kundenvermögen von mehr als 11 Billionen US-Dollar und betreut 39,1 Millionen aktive Brokerage-Konten.
Breitete Marktauswirkungen
Die Möglichkeit, echte digitale Vermögenswerte direkt über Unternehmen von der Größe eines Charles Schwab zu handeln, könnte ein entscheidender Beschleuniger für die Massenadaption von Kryptowährungen sein. Durch den Wegfall der Hürden, die mit der Registrierung bei einer spezialisierten Kryptobörse verbunden sind, senkt Schwab effektiv die Einstiegsbarriere für zig Millionen Privatanleger, die bereits mit der Benutzeroberfläche der Plattform vertraut sind – eine Entwicklung, die weitreichende Folgen für eine breitere Marktteilnahme an digitalen Vermögenswerten hat. (***)
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