BELIEVE Token verliert 99 %, da Gründer wegen Betrugs und Körperverletzung angeklagt wird
Vom Launchpad-Liebling zum rechtlichen Morast
Der BELIEVE-Token – ein auf Solana basierendes Social-Token-Launchpad, ehemals bekannt als $LAUNCHCOIN und $PASTERNAK – hat sich zu einem der profiliertesten Krypto-Zusammenbrüche des Jahres 2026 entwickelt, verschärft durch schwerwiegende rechtliche Probleme rund um seinen Gründer. Ben Pasternak, ein 26-jähriger australischer Unternehmer, der einst auf der Forbes-Liste „30 Under 30“ stand, sieht sich nun mit einer bundesstaatlichen Sammelklage wegen mutmaßlichen Anlegerbetrugs sowie separat mit strafrechtlichen Anklagen wegen Strangulation zweiten Grades und Körperverletzung konfrontiert, die vor dem New Yorker Strafgericht eingereicht wurden. Ein Gerichtstermin ist für den 11. Juni angesetzt.
Wie die Plattform aufstieg – und fiel
Die im Januar 2025 unter der Marke Clout.me gestartete Plattform ermöglichte es jedem, Krypto-Token über eine mobile App oder einen Webbrowser zu erstellen und zu handeln, ohne dass technisches Wissen erforderlich war. Sie gewann schnell an Zugkraft, verarbeitete ein kumulatives Handelsvolumen von über 6 Milliarden US-Dollar und generierte geschätzte 54 Millionen US-Dollar an Plattformgebühren. Der native Token erreichte vor seinem anschließenden Zusammenbruch eine Spitzenmarktkapitalisierung von etwa 370 Millionen US-Dollar.
Wichtige Ereignisse im Zeitplan sind:
✦ 24. Januar 2025: Pasternak führt den $PASTERNAK-Token ein und erklärt öffentlich auf X, dass er „0 Eigentum an dem Token“ besitze – eine Behauptung, die im Zentrum der Betrugsvorwürfe steht.
✦ Mai–Oktober 2025: Pasternak bewirbt wiederholt einen „Flywheel“-Rückkaufmechanismus, um den Token-Preis zu stützen; Investoren behaupten, dass diese Rückkäufe nie zustande kamen.
✦ 15. Oktober 2025: Eine erzwungene Migration von $LAUNCHCOIN zu $BELIEVE wird durchgeführt, die eine Angebotsinflation von 33,3 % ohne Entschädigung für bestehende Inhaber einführt – ein Ereignis, das Kritiker als nicht offengelegte Verwässerung bezeichneten.
✦ Januar 2026: Eine umbenannte Version „Believe v2“ versucht den Schwenk hin zu einem „Emotionsmarkt“ für Wetten auf die Popularität öffentlicher Personen, scheitert jedoch daran, das Marktinteresse zurückzugewinnen.
✦ 23. März 2026: Die Anwaltskanzlei Burwick Law reicht im Namen der Kläger Joshua Lee (Kalifornien) und Pierre Montmeas (Frankreich) eine bundesstaatliche Sammelklage beim U.S. District Court for the Southern District of New York ein, die alle Anleger vertritt, die seit Januar 2025 $PASTERNAK-, $LAUNCHCOIN- oder $BELIEVE-Token hielten.
Was die Klage behauptet
In der Klageschrift werden Pasternak, B24 Inc. (firmierend als Believe, ehemals Clout) und die Believe Foundation Inc. als Beklagte genannt. Sie macht Verstöße gegen die New York General Business Law Sections 349 und 350, das kalifornische Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb und das Gesetz gegen irreführende Werbung sowie zivilrechtliche Ansprüche wegen fahrlässiger Falschdarstellung und ungerechtfertigter Bereicherung geltend. Die Klage fordert Schadensersatz, Rückerstattung und billigkeitsrechtliche Entschädigung im Namen einer landesweiten Gruppe. Im Kern der Vorwürfe stehen vier Behauptungen: - Pasternak behauptete fälschlicherweise, kein persönliches Eigentum am Token zu besitzen, während er mutmaßlich Insider-Bestände kontrollierte. - Der versprochene „Flywheel“-Rückkaufmechanismus wurde öffentlich beworben, aber nie ausgeführt. - Die erzwungene Migration von $LAUNCHCOIN zu $BELIEVE stellte ein nicht offengelegtes Verwässerungsereignis dar, das den Wert für die Inhaber um etwa ein Drittel minderte. - Das Gesamtschema führte zum Verschwinden von Hunderten Millionen Dollar an Anlegerwert.
Marktstatus und Schweigen
Seit dem 23. April 2026 wird der BELIEVE-Token bei etwa 0,00075 $bis 0,00088$ gehandelt, was einem Rückgang von über 99 % gegenüber seinem Höchststand im Mai 2025 von 0,3569 $ entspricht. Die Marktkapitalisierung des Projekts ist von etwa 370 Millionen US-Dollar zu Spitzenzeiten auf etwa 1,2 Millionen US-Dollar gefallen. Sowohl Pasternak persönlich als auch die offiziellen Social-Media-Kanäle der Plattform schweigen seit Einreichung der Klage; der letzte Post des Projekt-Accounts kündigte ein neues Token-Listing für Nikita Bier an. Der Fall befindet sich noch in einem frühen Stadium im Southern District of New York.
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